Wichtig!

Einführung eines Bildungsgangs Hauptschule an der Realschule Erndtebrück zum Schuljahr 2016/2017


Mit der Neuregelung des §132c Schulgesetz haben Realschulen im ländlichen Bereich seit dem Schuljahr 2016/2017 die Möglichkeit, ab Klasse 7 einen Hauptschulbildungsgang einzurichten. Die Realschule Erndtebrück ist eine der wenigen Schulen im Regierungsbezirk Arnsberg, die sich sofort nach Einführung des neuen Paragraphen dieser Herausforderung gestellt hat.


In den Fällen, in denen trotz Förderung und intensiver Beratung der Bildungsgang Realschule nach dem Durchlaufen der Erprobungsstufe (Klassen 5 und 6) nicht realistisch erscheint, ist der Bildungsgang Hauptschule die pädagogisch sinnvollere Alternative für die Schülerinnen und Schüler, die sich bereits auf der RSE befinden.


Dazu ist es erforderlich, dass ein Differenzierungskonzept speziell ab Klasse 7 erarbeitet wird.
Erste Priorität des Differenzierungskonzepts der RSE ist es, das bestehende Profil als Realschule zu erhalten und die Fachoberschulreife als Ziel für alle Schülerinnen und Schüler (SuS) anzustreben und zu ermöglichen.


Ein weiteres Ziel soll es sein, möglichst viele SuS im Bildungsgang Realschule mit dem Ziel der Fachoberschulreife zu halten bzw. die Rückkehr dorthin zu ermöglichen.
Die Schülerinnen und Schüler im Bildungsgang Hauptschule sollen auf der RSE somit die Ausnahme bleiben. Deshalb ist es uns wichtig, dass eine äußere Differenzierung dieser SuS in separaten Lerngruppen nur dort stattfindet, wo sie unumgänglich ist. Die Schülerinnen und Schüler im Bildungsgang Hauptschule verbleiben also nach Klasse 6 in ihren Klassen und werden in Form eines kombinierten Modells einer Binnendifferenzierung innerhalb des Fachunterrichts mit phasenweiser äußerer leistungs- und kompetenzbezogener Differenzierung in Kleingruppen unterrichtet.


In einer gemischten Beschulung im Klassenverband werden somit Realschüler und Hauptschüler gemeinsam gefordert und gefördert.


Bei der Binnendifferenzierung wird auf die räumliche Trennung der Schülerinnen und Schüler einer Klasse verzichtet. Auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der SuS wird im binnendifferenzierten Unterricht über unterschiedliche Aufgabenstellungen und Lernziele, methodisch unterschiedliche Schüleraktivitäten, Lernschritte, Lern- und Lehrerhilfen und kooperative Lern- und Lehrformen eingegangen. Auch die Leistungsüberprüfung erfolgt zieldifferent mit Hilfen und/oder unterschiedlichen Wahlaufgaben bzw. Aufgaben auf unterschiedlichem Leistungsniveau (s.u.).


Neben diesem binnendifferenzierten Unterricht im Klassenverband gibt es eine phasenweise äußere leistungs-und kompetenzbezogene Differenzierung , d.h. eine stundenweise Aufteilung nach Lernvoraussetzungen in verschiedene Kurse. Dort findet eine gezielte Förderung in homogenen Gruppen statt, unabhängig vom Bildungsgang Hauptschule oder Realschule.

 

Äußere Differenzierung in den Hauptfächern
Für diese äußere Differenzierung werden Ergänzungsstunden genutzt. So wird das Fach Englisch (3-stündig in Klasse 7) mit 4 Stunden unterrichtet. Davon finden 3 Stunden im Klassenverband im Rahmen innerer Differenzierung bzw. Binnendifferenzierung und 1 Stunde in äußerer Differenzierung zur Forderung bzw. Förderung stärkerer bzw. schwächerer SuS (unabhängig vom Bildungsgang) statt.


Diese äußere Differenzierung findet auch im Fach Mathematik (4-stündig) statt: 4 Stunden Unterricht im Rahmen innerer Differenzierung im Klassenverband und 1 Stunde in äußerer Differenzierung (stärkere/schwächere Schüler, unabhängig vom Bildungsgang).
Somit findet eine äußere Differenzierung an der RSE zunächst nur in diesen zwei genannten Bereichen statt.


Äußere Differenzierung im Wahlpflichtbereich
Ab der Klasse 7 wird außerdem im Wahlpflichtbereich äußerlich differenziert. Hier kommt es zu folgenden notwendigen äußeren Differenzierungsangeboten:

 

Technik

Das Fach Technik ist wichtiger Bestandteil des Profils der RSE. Aufgrund der Zusammenarbeit mit den regionalen Firmen als Kooperationspartner der RSE sind die SuS des Technik-Kurses gern angefragte Auszubildende für diese Betriebe, z.B. in den Berufen Technischer Produktdesigner und Industriemechaniker.

 

Französisch
Das Fach Französisch ist im Rahmen der APO SI vorgegeben, um sprachlich begabte SuS zu fördern und den Übergang zur gymnasialen Oberstufe zu ermöglichen.

 

Biologie
Das Fach Biologie ist seit langem eine tragende Säule im Wahlpflichtbereich der RSE und wird von den SuS gewählt, deren Begabungen und Interessen außerhalb des technischen Bereichs liegen. Zudem leistet es eine fundierte Grundlage für den Berufsbereich „Gesundheit und Soziales“.

 

Arbeitslehre
Das Fach Arbeitslehre (Technik, Wirtschaft, Hauswirtschaft) ist Vorgabe für die Errichtung eines Bildungsgangs HS und muss von den SuS belegt werden, die sich im HS-Bildungsgang befinden. Zudem steht es auch für alle RS als Wahlangebot zur Verfügung, die sich nicht unbedingt nur im Bereich Technik spezialisieren möchten.


Individuelle Schullaufbahnberatung und Förderkonzepte
Am Ende der Erprobungsstufe finden an der RSE Konferenzen für den Übergang in die Klasse 7 statt. Hier entscheidet die Erprobungsstufenkonferenz über den Übergang der SuS in den jeweiligen Bildungsgang. Nicht versetzte SuS können die Klasse 6 wiederholen oder in die Klasse 7 des Bildungsgangs HS wechseln. Nicht versetzte SuS, die bereits drei Jahre die Erprobungsstufe besucht haben, wechseln in die Klasse 7 des Bildungsgangs HS.
Hier sollen verschiedene Aspekte für eine nachvollziehbare Entscheidung zum Tragen kommen:

  • Leistungsstand
  • Arbeitsverhalten
  • Sozialverhalten
  • altersgemäße, persönliche Entwicklung

Zusätzlich könnten auch verschiedene Formen von Diagnoseverfahren (Tests etc.) eingesetzt werden.
An der RSE werden zusätzlich zu den regelmäßig stattfindenden Zeugnis- und Versetzungskonferenzen nun pädagogische Jahrgangskonferenzen stattfinden.
Dort wird auf der Basis von Dokumentationen (über die oben genannten Aspekte) über die SuS in den verschiedenen Bildungsgängen über einen eventuellen Übergang in den anderen Bildungsgang beraten. Durch individuelle Förderpläne werden SuS und die Eltern auf diesem Weg beraten und begleitet.
So soll es allen SuS der RSE bis zum Ende der Klasse 9 ermöglicht werden, den Bildungsgang zu wechseln, um den für sie angemessenen, aber auch erfolgreichsten Schulabschluss zu erreichen. SuS, die sich im Bildungsgang HS befinden, können somit bis zum Ende der Klasse 9 mit entsprechender Zugangsberechtigung (§25 Abs.3 APO-SI) in den Bildungsgang RS übergehen, um die Fachoberschulreife zu erreichen (entsprechend dem Hauptschulabschluss Typ 10B).